Wie der Zufall so will - was ist eigentlich eine Loot Chest?

Wie der Zufall so will - was ist eigentlich eine Loot Chest?

Wie der Zufall so will - was ist eigentlich eine Loot Chest?

Ordentlich In-Game-Währung gespart oder selbst zur Kreditkarte gegriffen und in heißer Erwartung der nächsten Loot Chest? Die Loot Box ist heute fast schon synonym mit Gaming. Und nicht immer mit Best Practices. Vor diesem Hintergrund wollen wir uns die Geschichte der Loot Box, deren Funktion und Beliebtheit einmal genauer ansehen. Zudem verraten wir dir, wie du selbst einen schlechten Draw mit einem lässigen Schulterzucken hinnehmen kannst. Die Funktion der Loot Chest im Gaming - woher die hohe Bekanntheit kommt? Die ersten Loot-Kisten fanden sich in einem japanischen MMORPG wieder und wurden damals noch als Ticket verkauft. Aber bereits damals eben verkauft. Das ist noch heute ein wichtiges Merkmal vieler Loot Boxes in Games und schafft auch gewisse rechtliche und moralische Spannungen - aber dazu später mehr. Für 100 Yen konntest du dir um die Jahrtausendwende ein sogenanntes Gachapon Ticket kaufen, mit dem du ein zufälliges Item erhalten hast. Soweit auch nichts Anderes als das Sammeln von Panini-Bildchen, ein virtuelles Ü-Ei quasi. Die historische Entwicklung fiel mit einem Wandel in der Gamingindustrie zusammen, der von Developern wie Zynga voran getrieben. Zynga ist ein Studio, das keine AAA-Games für den PC entwickelt hat, sondern Casual Games für Facebook. Das Free-2-Play-Modell wurde um das Jahr 2009 herum immer beliebter. Aber natürlich müssen auch die Studios, die Free-2-Play-Games entwickeln, essen und wohnen - was wiederum eine Möglichkeit voraussetzt, Geld zu verdienen. Kostenlose Spiele hatten fortan einen angebundenen Onlineshop, in denen Spieler sich Items für geringe Cent- oder Eurobeträge kaufen konnten. ?Mikrotransaktionen und Lootboxen, darauf reagieren noch viele Spieler heute allergisch.

Die Funktion der Loot Chest im Gaming Part II

Vor allem, weil einige Games es schwierig machen, ein gewünschtes Item zu bekommen und weil nicht ganz klar ist, was sich in den Überraschungsboxen verbirgt. Endgültig fies wird die Taktik, wenn es nicht nur um Style, sondern um Gameplay-Vorteile geht. Pay-to-Win und Loot Chests sind zwei Modelle, die sich bestens vertragen und aus Spielen Glücksspiel machen. Die BBC widmete sich erst kürzlich der Loot Box im Gaming und deren Schattenseiten (https://www.bbc.com/news/technology-56614281), die Zusammenfassung: Rund 5 Prozent aller Spieler geben mehr als 100 USD pro Monat für Kisten aus und nicht unbedingt, weil sie es sich leisten können. Der rechtliche Hintergrund ist in vielen Ländern gerade einmal so noch legal und das auch nur deswegen, weil Items aus Lootboxen nicht zurück in echtes Geld getauscht werden können. Zumindest nicht auf offiziellem Wege. Legen Studios es bei der Entwicklung aber darauf an, Menschen mit einer Neigung zur Glücksspielsucht zu triggern, dann können sie dies tun.

Wie kannst du Glücksspielsucht bei Loot Boxes erkennen und vermeiden?

Grundsätzlich ist an der Loot Box nichts verkehrt, auch wenn einige Games wie Fortnite sich inzwischen zugunsten eines Season Passes und Shops gänzlich davon distanzieren. Zunächst einmal solltest du dich immer fragen, ob die Gewinne in der Loot Chest dir einen spielerischen Vorteil bieten oder nur eine optische Modifikation. Stylischer aussehen ist ein Plus, ein besseres Gewehr ist ein Muss. Wer hundert Überraschungsboxen für die beste MP öffnen muss, wird sehr wahrscheinlich über den Tisch gezogen.

Zudem..

Außerdem solltest du schauen, wie fair die Entwickler spielen. Wird dir beispielsweise angezeigt, wie wahrscheinlich ein Hauptgewinn ist. Auf einigen Plattformen wie dem Apple App Store ist das ein Muss. Außerdem solltest du dich nicht von rotierenden Gewinnen täuschen lassen. Dass alle Gewinne an dir vorbei zucken, ist virtuelles Blendwerk. Dein Ergebnis wird vom Random Number Generator ausgewürfelt, sobald du auf Öffnen klickst. Am Hauptgewinn knapp vorbei zu zucken ist eine Mechanik, die auch aus Casinos bekannt ist. Denke etwa an die Klaue, die das Stofftier doch noch fallen lässt. Psychologisch spricht man hier vom Fast-Gewinn, bei Menschen mit Glücksspielsucht löst dieser einen Dopaminschub aus wie der Gewinn selbst und so spielen sie immer weiter. Die hohe Bekanntheit der Loot Chests auch außerhalb von Gamerkreisen kommt eben vor allem aus diesen negativen Schlagzeilen. All das sind nur einige Dinge, die du im Kopf behalten solltest, wenn du Lootboxen öffnest. Bei einem fairen Modell, kosmetischen Items oder durch Gameplay verdienten Kostümen (wie etwa bei Dota 2) steht Spaß und Spannung beim Öffnen nichts mehr im Wege. Loot Box im Gaming - woher kommt der Begriff? Dass wir allgemein von Lootboxen sprechen, ist gar nicht so selbstverständlich. Der Überbegriff bezeichnet nämliche viele Kategorien in Spielen, die in den Games normalerweise anders heißen. Schlüssel in Teamfortress 2, Card Packs in FIFA Ultimate Team, aber gemeint ist stets das Gleiche: eine Box mit zufällig generierten Inhalten. Dabei stammt der Begriff Loot (in der deutschen Übersetzung Beute) eigentlich klassisch aus Rollenspielen, in denen Gegner gelootet werden. Auch dort haben Spiele wie Diablo aber bereits Random Number Generator eingesetzt. Und ob du die goldene Ananas findest oder den Mantel der Unverwundbarkeit, wenn RNGesus dir hold ist, mag den Ursprung des Begriffes für die Kiste mit dem zufälligen Inhalt ausgemacht haben.In vielen Fällen ergibt die Übersetzung auch Sinn, wenn du etwa mit XP im Season Pass oder In-Game-Currency bezahlst. Dann nämlich ist die Kiste tatsächlich erbeutet worden. Solche Beutekisten findest du inzwischen nicht mehr nur in Spielen, sondern auch in Päckchenform oder in der App.

Die Loot Chest im echten Leben

Überraschungsboxen findest du nicht nur in Spielen, sondern auch in unserer physischen Realität haben sie ein Gegenstück. Gefüllt mit Merch bieten Anbieter wie Lootcrate monatliche Kisten mit verschiedenen Items, Spielzeug oder Klamotten rund um Games, TV, Filme und Popkultur an. So eine Art Geburtstagsgeschenk an dich selbst - du weißt nie genau, was drin ist, musst aber auch nicht mit Einkaufsgutscheinen planen. Außerdem kommen die Boxen bequem an deine Haustür. Lootboy treibt die Mischung aus Loot Chests, Gaming und Freizeit sogar noch einen Tick weiter und lässt dich auch unterwegs vom Smartphone aus Kisten öffnen. Was du genau erhältst, weißt du natürlich im Vorfeld nicht, aber die meisten Belohnungen bringen dir einen kleinen Bonus im echten Leben.

Weiteres..

Dazu gehören etwa Inhalte für Xbox Live oder Codes für Vollpreisspiele. In Kooperation mit Spielen wie Dota 2 oder Paladin ziehst du hingegen virtuelle Items. Auch abseits vom Gaming ist immer mal wieder etwas dabei, so zum Beispiel Gutscheine für Netflix oder Zalando. Die Loot Boxes von Lootboy kannst du dir einfach für Android oder iPhone herunter laden oder im Browser spielen. Auch hier weißt du im Vorfeld zwar nicht genau, was du für dein Geld bekommst. Aber anders als auf der Kirmes gibt es hier keine Nieten, du bekommst also auf jeden Fall etwas für dein Geld. Die ewige Beliebtheit der Loot Chest oder Auslaufmodell? Schon Kinder lieben es, ein Überraschungsei zu köpfen und noch mit der Schokolade im Mund nach glücklichen Flusspferden zu suchen. Natürlich macht auch dir das Öffnen einer Kiste Spaß und das soll es auch. Als Menschen können wir uns einfach nicht dagegen wehren, dass eine positive Überraschung uns Freude bereitet und das soll es ja schließlich auch. Klar, an vielen Systemen rund um Loot Chests gibt es viel auszusetzen. Shadow of Mordor 2 gilt hier als historischer Dammbrecher - das erste Vollpreisspiel, das nicht nur bezahlte Zusatzelemente anbot, sondern diese auch noch zufällig erzeugte. In Vollpreistiteln ist die Loot Box daher längst das Synonym für die Gier der Publisher, Spieler zwei Mal zur Kasse zu bitten.

Zu guter Letzt..

Auch Games wie Overwatch haben hier viel Schaden angerichtet, indem die Entwickler virtuelle Güter ausschließlich per Loot Box verlosten, statt sie frei zugänglich zu machen oder zum Kauf anzubieten. Solche Mechanismen laden gefährdete Spieler dazu ein, deutlich mehr Geld auszugeben. Dass inzwischen viele Spiele auf den Season Pass mit einmaliger Zahlung, festen Gewinnen und im Spiel verdienten XP umgestiegen sind, ist - anders als der Inhalt der Loot Boxes - kein Zufall. Ob du nun lieber im Onlineshop weißt, was du kaufst oder auch gerne kosmetische Items aus dem Zufallsgenerator ziehst, bleibt natürlich dir überlassen. Und wenn du wirklich einen Gegenwert für deinen Einsatz bekommen möchtest, dann sind reale Crates mit Rabattcodes, Spielzeug oder Merch die bessere Wahl für dich.

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